Wieso das Bondage mit Folien eine interessante Alternative zu Seilen und Ketten ist!

Folienbondage ist eine aufregende Alternative und man kann auch hier sehr gross experimentieren.

Ein paar hilfreiche Anregungen und Tipps zum probieren erfährst Du in diesem Beitrag. Vor allem ist es eine günstige und einfache Alternative für alle Bondageanfänger, die nicht unbedingt sich mit Knoten und Co. auseinander setzen möchten.

Das Einwickeln mit Folie ist eine einfache Sache, auch und besonders für Anfänger geeignet, effizient, macht sehr viel Spaß und dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Deshalb heißt es wie immer sich erst einmal der Theorie zu widmen.

Wozu wird Frischhaltefolie normalerweise genutzt?

Wie allgemein bekannt sein sollte, ist Frischhaltefolie eher dazu entwickelt worden um Lebensmittel vor der Umgebungsluft zu schützen, die Vermehrung von Bakterien zu verhindern oder zumindest zu minimieren und sie somit länger haltbar zu machen.

Sie ist wasserdicht und dennoch lässt sie die Umgebungstemperatur hindurch.

Ein zusätzlicher Effekt ist wohl eindeutig, das die hauchdünnen Bahnen aufeinander kleben. Sie halten so gut, das sie zum Einwickeln von Paletten verwendet werden, damit sie nicht verrutschen. Und genau deshalb sind sie wunderbar für das Fesseln geeignet.

Wie wirkt sich die Frischhaltefolie auf die Haut aus?

Die Haut verfügt über diverse Schutzmaßnahmen, die den Körper im Sommer oder bei Hitze kühlen und im Winter oder Kälte vor Unterkühlung schützen und helfen sogar die Wärme zu speichern. Nicht umsonst ist es das flächengrößte Organ. Die komplizierten Zusammenhänge werde ich an dieser Stelle jetzt nicht erläutern, sofern man sich dafür interessiert ist wohl Wikipedia der richtige Ansprechpartner.

Durch das Einwickeln mit der Folie werden aber wichtige Funktionen der Haut unterbunden oder beeinträchtigt.

Der Körper schwitzt ununterbrochen, doch meist so wenig, dass man es nicht bewusst merkt. Man spürt es hingegen dann, wenn man Kleidung wie Latex trägt, die die Flüssigkeit nicht hindurch und sie damit verdunsten lässt.

Die Folie hat einen ganz ähnlichen Effekt.

Die Regulierung der Körpertemperatur wird durch die Folie stark eingeschränkt. Spielt man kurz, sollte eine Ganzkörpereinwickelung keine halbe Stunde überschreiten, dann tauchen üblicherweise keine Probleme auf. Bei längeren Spielen hingegen sieht es aber anders aus. Daher ist ein Fieberthermometer eine interessante Alternative um auf Nummer Sicher zu gehen.

Es empfiehlt sich nicht die Außentemperatur hoch zu halten, während man fesselt. Am Besten probiert man verschiedene Szenarien aus und findet heraus, welche Situation sich für den Bottom am besten eignet, so dass sich Nebenwirkungen in Grenzen halten.

Übrigens ist bei einer Teileinwicklung die Problematik nicht so extrem, da eine Verdunstung des Schweißes möglich ist.

Welche Materialien kann man bedenkenlos verwenden und was sollte man noch bereit legen?

Die normale Haushaltsfolie, wie man sie kennt eignet sich hervorragend für eine Teilwickelung oder die ersten Schritte in diesen Bereich der Fesselung.

Für eine Ganzkörperaktion ist sie aber ungeeignet. Möchte man also mehr wickeln, sollte man auf die großen Rollen Verpackungsfolie zurück greifen. [ Hier klicken. ]

Wenn es dann los geht, sollte eine Schere jederzeit griffbereit liegen, die unten abgerundet ist. Hier eignen sich Verbandsscheren oder entsprechende Messer. Die Folie lässt sich so sehr gut entfernen und der Partner wird dabei nicht verletzt. Absoluter Profitipp: Ein sogenannter Gurtschneider. [ Hier klicken.

Möchte man hingegen die Folie nur an manchen Stellen wieder öffnen, sollten auch Wattepads oder Watte sowie eine etwas spitzere Schere bereit liegen.

Befreit man den Bottom wieder aus der Folie, sollte ein Handtuch bereit liegen. 

Um dann die Wickelung um den gesamten Körper etwas zu vereinfachen, eignet sich ein Drehteller, auf dem der Bottom platziert wird. Erfahrungsgemäß ist sonst das Einwickeln des gesamten Körpers sehr mühsam. [ Hier klicken. ]

Wie startet man am Besten mit dem Einwickeln in Folie?

Selbstversuche! Sie sind bei allen Praktiken immer zu empfehlen. Man lernt bestens kennen welchen Effekt die Folien bei welcher Dauer auf den Körper haben. Dabei könnte man ein Arm oder ein Bein in die Folie wickeln und dann auf sich wirken lassen. 

Du wirst selbst schnell merken, dass wenn Du mit 3 gewickelten Lagen um die Gelenke nicht mehr bewegungsfähig bist. Ebenso wirst Du schnell herausfinden, wie sehr die Folie doch klebt. – Und meist nicht nur da, wo sie kleben soll.

Möchte man den Bottom ganz einwickeln, dann sollte man ihn direkt an die Stelle positionieren, an die man sie haben möchte. Weghüpfen, wegkrabbeln, gar weglaufen ist nach dem beendeten Einwickeln unmöglich.

Protipp: Wickel beide Beine direkt zusammen. Du kannst natürlich auch jedes Bein einzeln wickeln, aber die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Schenkel zu sehr aneinander kleben und man sich beim weiterarbeiten selbst sehr stark behindert. Bei den Armen hingegen ist es sinnvoller einzeln zu wickeln, sie dann zurück zu nehmen. Aber die Schultern mit einbeziehen und leicht nach hinten fixieren, sonst kann die Position auf Dauer sehr anstrengend sein. 

Möchte man hingegen doch den gesamten Körper einwickeln, sollte man oben anfangen, so dass der Bottom sich noch so lang wie möglich hin und her bewegen kann. Die Beine sollten erst ganz zum Ende hin fixiert werden. Ab diesen Zeitpunkt wird er sich nicht mehr rühren können und braucht vollkommen Deine Hilfe. Möchtest Du, dass er stehen bleibt, dann sollte man für einen sicheren Stand, z.B. an die Wand gelehnt, sorgen.

Es ist dann besonders schön, wenn man dem Partner ein wenig Zeit gibt sich in die Situation hinein zu fühlen und ihn dann überall am Körper zu berühren, auch einmal zart und hart. Vibratoren sind dann auch ein ideales Spielzeug, welches auch durch die Folie hindurch spürbar ist.

Möchte man es etwas extremer, kann man diverse Utensilien unter der Folie platzieren. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Wichtig: Die Halspartie sollte aus umfangreichen Gründen immer frei gelassen werden. Knebelt man den Bottom zusätzlich, sollte eine andere Möglichkeit eingebaut werden, damit er sich bewerkbar machen kann.

Was gibt es denn so für kreative Ideen für Spiele mit Frischhaltefolie?

Abschlagen einer Folienlage

Mit der Peitsche kann man eine Folienlage abschlagen. Zwei Folienlagen sind etwas schwerer, drei halten schon wesentlich mehr aus.

Bondage in Kombi mit der Folie

Natürlich kann man ein klassisches Seil-Bondage mit dem Folienbondage verbinden und somit den aufrechten Körper durch eine entsprechende Seilfesselung, die oben aus der Folie herausragt, vor dem Umfallen hindern.

Protipp: Achte auf Kanten am Körper, z.B. durch angewickelte Ellenbogen, damit die Seile nicht abrutschen. Denn durch die Folie beginnen sie eher das Rutschen als ohne.

Kokon als hervorragende Alternative

Ist der Bottom in der Hocke, kann man ihn durch ein paar geübte Griffe in einen wunderschönen Kokon wickeln. Doch dieses Vorgehen ist eher etwas für geübte Spieler.

Mumifizierung als vollständiges Einwickeln

Betreibt man das Folienbondage extrem, kann man sogar die Mumifizierung in Erwägung ziehen. Hier wird der Körper von Kopf bis zu den Zehen eingewickelt. Das die Atmung ungehindert fortgesetzt werden kann ist wohl selbsterklärend.

Über Schnorchel oder Knebel mit Luftzufuhr kann man dies gewährleisten.

Natursekt in Verbindung mit Folienbondage

Eine Laune der Natur, dass man hier und da mal auf die Toilette muss. Doch was ist, wenn Bottom gerade so frisch eingewicket ist. Und wenn man es mag, kann man es ungehindert in der Wickelung laufen lassen.

Der Abschluß der Wickelung an den Füßen sollte dann aber geschlossen oder wenigstens durch ein Handtuch am Fußende vor Sauereien geschützt werden.

Strategische Öffnungen in der Folie

Am Penis oder an den Nippeln lohnt es sich von der Folie zu befreien. Dazu legt man einfach ein Wattepad vor dem Wickeln unter die Körperstelle, die man später frei haben möchte, um ein sicheres Aufschneiden zu gewährleisten.

Ob und wie man die freigelegte Stelle behandelt ist jedem selbst überlassen. Um mit Wachs, Eis oder anderen Dingen zu agieren – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wie kommt man dann aus der Folie wieder heraus?

Das Befreien bedarf einiges an Zeit. 

Mit der Schere oder einem anderen Hilfsmittel sticht man in einen Winkelrand hinein und schneidet zügig, aber doch sicher auf.

Mit dem Bottom während des Aufschneidens zu Reden ist sehr wichtig. Schweißnaß wirst Du Deinen Partner oder Deine Partnerin jetzt vorfinden. Da hilft aber nur noch ein Handtuch – und Trinken. So makaber es klingt: Bier ist eine nette Sache!

Und das Auffangen nach einem Spiel sollte auch beim Folienbondage selbstverständlich sein.

Erstickt man denn nicht, wenn man mit Frischhaltefolie vollständig eingewickelt ist?

Dieser Mythos ist sehr stark verankert. Ist man vollständig eingewickelt und bietet der Haut keine Möglichkeit zum atmen, würde man ersticken.

Doch: Ein Mensch atmet durch die Lungen und nicht durch die Haut. Und um das zu können, müssen Mund und Nase frei sein.

Sonst könnte man theoretisch ja auch keine Latex- oder Tauchanzüge tragen, wenn dieser Mythos wahr sein sollte.

Ein minimaler Sauerstoffaustausch findet über die Haut zwar statt, aber hat auf die generelle Luftversorgung des Körpers keinen Einfluss.

Für welche Menschen ist das Einwickeln mit Folie nicht so gut geeignet?

Wird man eines Sinnes beraubt. werden andere Sinne oft viel ausgeprägter. Ähnlich kann es auch beim Einwickeln in Frischhaltefolie passieren. Nur, das sie dann in klaustrophobischen Anfällen enden.

Hat ein Mensch also schon in enger Kleidung panikartige Gefühle, wird er in Folie streng eingewickelt zu werden vermutlich auch nicht schön finden

Es bietet sich an erst einmal klein zu starten und dann herauszufinen, wie es einem selbst behagt. Fühlt man sich so beim Einwickeln des Armes nicht wohl, wird wohl eine Ganzkörpereinwickelung kaum Sinn machen. Diese Gefühle des Bottom sollte man auch auf keinen Fall ignorieren.

Möchte man dann dennoch nicht auf das Erlebnis der Fesselung verzichten, sind Seile eine nicht zu verachtende Alternative.

 

Hast Du Folienbondage bereits ausprobiert und hast Tipps dazu? Dann kannst Du sehr gerne einen Kommentar hinterlassen.

2 COMMENTS

  • Wozu gibt es denn Windeln. Ich würde meine SUB erst in eine hübsche Windel packen und dann in Folie wickeln.

    Zum Artikel:
    Sehr geil, ich finde das gut was Du hier machst. Weiter so !

    • Klaro, wenn man es mag, wieso nicht? Auch eine interessante Idee. Vielen Dank für das liebe Feedback.

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