Gastartikel von Aureliana – Die Möglichkeiten des Einstieges in eine Session

Aureliana, Bloggerin auf www.deviante-pfade.de hat einen wunderbaren Artikel verfasst, der gerade und besonders Anfängern Möglichkeiten für den Einstieg in die Session zu geben.

Ein Artikel, den ich so selber nicht verfassen kann und Du deshalb noch einmal einen völlig anderen Blickwinkel in dieses wunderbare Spiel bekommst.

How to start – über die unendlich vielen Möglichkeiten, in eine BDSM-Session einzusteigen

In Filmen und Geschichten geht es üblicherweise sehr schnell: Zwei oder mehr Liebende erblicken sich, sehen sich tief in die Augen und schreiten zur Tat. In der Realität ist es nicht immer so einfach, mit dem Sex zu beginnen und ein BDSM-Hintergrund macht es nicht unbedingt einfacher, weil ja niemand dem anderen wirklich weh tun möchte. Aber es ist auch kein unlösbares Problem. Im Gegenteil: Je ehrlicher man ist, desto leichter fällt beiden Seiten der Einstieg.

Klassische Absprache

Eine Absprache klingt etwas unromantisch, ist es teilweise auch, aber es ist trotzdem eine der Standardformen in Spiel- oder auch in anderen Beziehungen, in denen man sich nicht regelmäßig sieht. Man verabredet sich zum Spielen bzw. zum Sex. Ich kenne es meist in Form eines gemeinsamen Abendessens, das in gemütliches Kuscheln auf dem Sofa mündet und dann in eine Spielsituation. Durch das gemeinsame Essen oder eine sonstige Unternehmung hatte man normalerweise auch ein bisschen Zeit, sich auf die andere Person einzustellen, was ich sehr angenehm finde.
Ich habe von guten Freunden erzählt bekommen, dass sie sich zur besseren Gewöhnung aneinander schon fürs Kochen ausgezogen haben. Danach war es anscheinend auch wieder der klassische Weg, nur dass die beiden von Anfang an nackt waren. So skurril das nackte Kochen beim ersten Lesen klingen mag, finde ich das gute Lösung für ein normales Problem, und zwar, dass man sich nackt oft erst einmal unwohl fühlt (aus gesellschaftlichen Gründen etc.). Dadurch dass man nackt eine gewöhnliche Tätigkeit wie Kochen ausübt, hebt man dieses Unwohlsein schon vor dem eigentlichen Beginn auf und kann sich später gut das Wesentliche konzentrieren.

Einer triggert den anderen

Dann gibt es die „Überfall“-Taktik: Einer hat Lust, weiß, wie der andere tickt, und nutzt das zu beider Gunsten. Ein Klassiker, auf den viele devote Frauen reagieren, ist der feste Griff ins Haar. Das klappt bei mir sogar unabhängig von der Situation und dem Menschen, der’s macht: Ich war einmal abends Cocktails trinken mit Freunden, habe – warum auch immer – einen meiner Begleiter am Pferdeschwanz gezogen und er hat sich gleichermaßen revanchiert. Und plötzlich war ich von einem Moment auf den anderen ziemlich scharf. Nach einem tiefen Durchatmen, da ich mit meinem Gegenüber wirklich „nur“ befreundet war, ging’s dann auch wieder, aber es hat mir gezeigt, wie universell man auf bestimmte Reize reagieren kann.
Durch einen solchen Griff überspringt man auch gleich die Gewöhnungsphase. Beide sind scharf, dadurch entfällt das höfliche „Angebandel“ (weiß jemand ein hochdeutsches Pendant?) und man befindet sich unversehens in medias res.

Einer provoziert den anderen

Provokation macht mir, wenn ich in der devoten Rolle bin, extrem viel Spaß bei Männern, die größer und stärker sind als ich. Es läuft in der Regel unauffällig, aber konstant ab. Ich kratze und zwicke und spiele ein bisschen an der Schmerzgrenze – immer mit dem Ziel, dass es ihm irgendwann reicht und er mich überwältigt. Diese Methode gefällt mir wahrscheinlich deswegen so gut, weil ich damit signalisieren kann, dass ich Lust habe, ohne das in Worte fassen zu müssen. Und natürlich, weil ich hin und wieder ganz gern spielerisch kämpfe und spüren will, dass mein Partner stärker ist als ich.

Einer testet vorsichtig an

Außerdem kann man auch einfach mal vorsichtig (!) testen, ob der andere auch Lust zum Spielen hat oder nicht. Das geht dann besonders einfach, wenn man sowieso schon zusammen irgendwo liegt und gerade kuschelt oder schläft. In dieser Situation lässt man seine Hände wandern und je nachdem, wie das Gegenüber reagiert, kann man dann weitermachen oder auch nicht. Eine wichtige Voraussetzung ist hier, dass man sich vertraut ist, also die Reaktionen des Anderen auch wirklich richtig interpretieren kann, und dass keiner Vorbehalte hat, zu artikulieren, dass er oder sie ggf. keine Lust hat.

Und wenn ich keine Lust habe … ?

Überhaupt ist es sowieso immer wichtig, – auf welche Art auch immer – mitzuteilen, wenn man gerade nicht will. Ob man einfach keine Lust hat, schlechte Laune hat, sich Sorgen über etwas macht oder etwas anderes einen hemmt, ist dabei völlig egal. Selbst wenn man sich vorher verabredet hat, ist es völlig okay, abzubrechen. Denn gerade so etwas Schönes wie Spielen sollte kein Pflichtpunkt im Kalender sein, den man jetzt abarbeitet. Und wenn das Selbst gerade nicht mag, dann mag es halt nicht.

JEDER darf. Und soll auch.

Umgekehrt sollte man auch keine Hemmungen haben, dem anderen zu signalisieren, dass man Lust auf ihn hat. Das fällt gerade uns Frauen oft schwer. Vielleicht hilft es sich vor Augen zu führen, dass man damit jede Menge verpasst. Denn wenn man dem Partner nicht sagt, dass man jetzt gerne möchte, ist man komplett davon abhängig, dass er gerade möchte und es mitteilt. Wie wäre es denn, sich gemeinsam ein dezentes Zeichen auszudenken, mit dem man den Spielwunsch ohne Worte übermitteln kann?
Man sollte sich außerdem vor Augen halten, dass es wenig Schöneres gibt, als vom Partner signalisiert zu bekommen, dass dieser Lust auf einen hat. Daher tut man in diesem Fall sich selbst etwas Gutes und macht dem Partner ein Kompliment – selbst wenn nicht daraus wird, ist das für beide Seiten ein guter Ausgang. Denn wenn man etwas probiert, fühlt sich das hinterher immer besser an, als wenn man sich nicht getraut hat, danach zu fragen.

Bestimmt gibt es noch weitere Möglichkeiten, in eine Session einzusteigen. Welche mögt ihr besonders gern?

Vielen Dank an Lady Julina für die Gelegenheit zu einem Gastartikel in ihrem wunderbaren Blog! In meinem „Heimatblog“ Deviante Pfade findet ihr verschiedenste Artikel zu BDSM- und Polythemen, zum Beispiel zu TPE-Beziehungen, zu Grenzverschiebungen in BDSM-Beziehungen, zu Mitfreude oder zu verschiedenen Beziehungsformen.

 

Es lohnt sich auf jeden Fall auch einmal auf Deviante Pfade vorbeizuschauen und hier völlig andere Einblicke zu erhalten. Wie gefällt Dir der Gastbeitrag und der Blog von  Aureliana?

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