Bondage für Anfänger

Du interessierst Dich für Bondage und weißt nicht, was es zu beachten gibt? 

Dann bringe ich Dir das Thema nun näher. Aber bevor wir an die Knotenarten gehen, gibt es erst einmal die Grundlagen zu beachten.

 

Was kommt Dir denn in den Sinn, wenn Du den Begriff "Bondage" überhaupt hörst?

Vertrauen, Hingebung, Fesselung, Auslieferung, vielleicht zu fliegen. 

Sicherheit, Geborgenheit, in der Hand des Gegenüber zu sitzen.

Bändigung, bishin zur völligen Bewegungsunfähigkeit.

Oder aber auch nur ästhetisch verschnürt zu sein, obgleich für wunderschöne Bilder oder sinnliche Momentaufnahmen, die die Formen des Körpers unterstreichen.

Wohlmöglich sind diese Vorstellungen aber auch nur Wunschvorstellungen. Denn zum Bondage gehört so viel mehr. Als Du vermutlich meinen würdest.

Merke: Bondage wird in den Medien selten authentisch dargestellt.

Das WWW ist überfüllt mit einschlägigen und zumeist natürlich auch kostenpflichtigen Seiten, welche sich auf ihrer Weise mit dem Thema Bondage auseinandersetzen.

Meist werden BDSM-typische Szenen dargestellt. Oft weibliche Hauptdarsteller werden in den unmöglichsten Szenen gequält. Akrobatische Verbiegungen und nicht selten auch blau gefärbte Hände, Brüste oder aber schmerzverzerrte Gesichter sind im Fokus dieser Darstellungen.

Selten handelt es sich hier um authentische Zeugnisse des Bondage, wie es auch seine Anhänger verstehen.

Daher möchte ich an der Stelle von den dort gezeigten Extremen abraten. Denn es handelt sich um professionelle Modelle, mit Erfahrung im Bereich Akrobatik oder um professionelle Darsteller, die physisch als auch psychisch konditioniert sind, derartige Torturen zu überstehen.

Lass Deine Vernunft und Deine Gefühle die Regie übernehmen.

Akrobatische Posen und Haltungen entweder nur mit Vorsicht oder nach Ermessen und den Möglichkeiten des Gefesselten ausführen.

Um sich vor unschönen Erfahrungen zu schützen, sollte man die Darstellung der Medien kritisch betrachten.

Bondage sollte für Dich nicht das eifern nach medienwirksamen Bildern oder Erlebnissen werden. Jede Bondage Begegnung ist so individuell wie die Beteiligten.

Auch in der Praxis hört man daher auf sein Bauchgefühl, was die Intensität, die Akrobatik und die Art und Weise der Fesselung angeht.

Die intensivsten Begegnungen sind wohl jede, die aus Vernunft, gesundem Menschenverstand und intensiven authentischen Gefühlen bestehen. Und ganz sicher nicht jede, die gelenkt sind von teils falschen Bildern, die durch die mediale Aufarbeitung in den Köpfen entstehen.

Technik ist wichtig, Gefühle sind beim Bondage jedoch noch wichtiger!

Gerade als Anfänger bist Du sicher darauf konzentriert, die technischen Aspekte im Auge zu behalten. Oft auch kommt es vor, das bei Partnerschaften der eine Teil die Fesselung erleben möchte und der andere "eben einfach mal mitmacht", was keine ideale Voraussetzung ist.

Die Realität schlägt daher schon oft sehr hart zu. Statt den versprochenen endlos tollen Gefühlen, dem fallenlassen und dem ausschweifenden Spielen, gibt es oft nur Ernüchterung.

Der Aktive ist darauf fokussiert, alles richtig zu achen. Der Passive hingegen langweilt sich und denkt oft, wann er wohl endlich fertig ist, bevor es doch endlich losgeht.

Oft kolledieren auch die Fähigkeiten des Aktiven mit den Vorstellungen, die er daraus hat. Er hat so viele Ideen, weiß aber nicht, wie er sie so recht alle umsetzen und bewerkstelligen soll, ohne etwas falsch zu machen. Hinzu kommen noch medizinische Aspekte, die in den Köpfen umherschwirren.

All das führt in der Realität dazu, dass der ersehnte Genuss verborgen bleibt.

Baue daher eine solide technische Basis auf und nehmt euch Zeit füreinander.

Beim Bondage wächst man langsam und stetig zusammen. Nicht jeder muss alle Technischen erlernen oder gar beherrschen. Oft reicht eine solide Basis. Daraus entstehen Selbstvertrauen und Mut für beide und somit rückt der Genuss mehr und mehr in den Vordergrund.

Um daher nicht Opfer der ernüchternden Realität zu werden, sollen alle Beteiligten Verständnis und Geduld für den jeweils anderen aufbringen. Lasst euch Zeit füreinander, schätzt den anderen dafür, dass er sich euch widmet, und gemeinsam mit euch das Seil einbinden möchte.

Macht euchklar, aus welcher Motivation heraus ihr fesseln wollt.

Bevor man beginnt, sollte man – auch wenn es seltsam klingt – warum man fesseln möchte, bzw. warum man gefesselt werden möchte. So können Missverständnisse vermieden werden.

Mögliche Motivationen können ästhetische Fesselungen für eine schöne Bilderserie sein, das einfache Fixieren einer Person oder aber auch die völlige Bewegungslosigkeit, ein Hängebondage bis hin zum authentischen Spiel mit dem Seil als Ausdruck der Macht und Willkür, aber auch Erotik und Sinnlichkeit sein.

Manchmal kommen Gedanken Passiven wie: "Ist der denn bald fertig?", "Was macht der denn so lange da hinten?" oder "Eh der mal fertig ist, habe ich keine Lust mehr!"

Nur wenn beide beim Bondage die selbe Motivation haben, können sie auch beide gleichermaßen auf die Situation eingehen. So kann zum Beispiel auch eine gewisse Gegenwehr ein Anreiz sein. Und es langweilt sich keiner, wenn es "nur" eine schöne, dafür aber im Vorfeld abgesprochene, Schmuck-Bondage für eine Bilderserie wird.

Sprecht daher vor dem Bondage eure Motivation und Wünsche aus.

Absprachen sorgen für eine entspannte Stimmung und beugen unerfüllten Begegnungen vor.

Achte auf Gesundheit und Risiken beim Bondage.

Bondage ist und bleibt eine mit Risiko behaftete Praktik. Doch ein solides Grundwissen und sensibler Umgang miteinander machen die Mehrzahl aller Bondage-Begegnungen zu einer Bereicherung ohne Risiko.

Ließ aber bitte zum Thema Gesundheit mehr im passenden Artikel: Risiken beim Bondage.

Die Entscheidung welches Seil das richtige ist.

Egal ob Bauwolle, Jute oder Kunststoff – die Wahl des Seils ist schlussendlich nur eines: Und zwar Geschmackssache. Und jeder sollte ganz klar damits eine eigenen Erfahrungen sammeln.

Grundsätzlich aber sollte ein Seil zum Fesseln folgende Kriterien erfüllen:

  • Das Seil sollte eine zur Verwendung passende Bruchlast haben. Die Bruchlast ist der Wert in Kilogramm, bei dem das Seil einfach gelegt reißt. Alle Seile reagieren unterschiedlich stark. Wichtig ist, bereits vor der Anschaffung entsprechende Informationen einzuholen. Normalerweise spielt dieser Wert aber nur bei vollständiger oder teilweise ausgeführter Schwebefesselungen eine entscheidende Rolle. Für eine Seillage sollte die Bruchlast aber zwischen 70 und 220 Kilogramm liegen.
  • Das Material sollte so beschaffen sein, dass sich der Knoten unter Zug wieder gelöst werden kann.
  • Das Seil sollte sich unter Last nicht so stark dehnen.
  • Das Seil sollte dem Aktiven gut durch die Hand laufen.
  • Das Seil sollte bei Reibung nicht zu heiß werden.

Ein kleiner Ratschlag wäre natürlich sich bei bereits erfahrenen Bondage-Liebhabern in Foren oder anderen Seiten auszutauschen. Natürlich sind auch Workshops eine sehr gute Alternative, wenn man lernen möchte.

Die Knoten beim Bondage.

Es gibt unzählige Knotenarten. Alle aufzulisten, würde in diesem Beitrag den Rahmen sprengen. Deshalb: Knoten beim Bondage.

 

Vielen Dank für diesen herrlichen Beitrag auch an Ater Crudus, der mir diesen freundlicherweise zur Verfügung stellt. Besucht gerne seine Webseite unter Sensual-Contact.de

 

Reizt Dich der Gedanke des Bondage? Und welche Tipps hast Du denn für Anfänger? Schreib es in die Kommentare!

 

 

 

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